12. Schreibfortschritt-Telegramm / Kroatienurlaub steht an!

Hallo liebe BlogleserInnen,

momentan läuft es mit dem Schreiben sehr, sehr gut.  Ich habe tolle Ideen für den Plot und habe auch schon wieder die eine oder andere Nuss geknackt. Ich bin wieder so in der Geschichte drin, dass ich am liebsten den ganzen Tag schreiben würde. Das geht aber leider nicht. (“schnief!”) Man hat ja doch ein paar Verpflichtungen … als Mutter und Hausfrau. :(

Jetzt kommt auch noch erschwerend hinzu, dass  wir am Montag nach Kroatien fahren. Das wird mich wieder zurückwerfen. Mein Mann will mir dort allerdings einen kleinen ruhigen Arbeitsplatz einrichten. Klein wird er bestimmt, aber ruhig…?

Aktuell befinde ich mich in Kapitel 3 im dritten Teil “Opfer und Qualen”, und zwar auf Seite 482.

Ich wünsche euch noch einen hoffentlich bald wieder sommerlich warmen Rest-August. :)

Eure Christina

Zwei neue Filmtipps für den Sommer

Ihr erinnert euch vielleicht noch an meinen Beitrag “The Lucky One”.  Meine Nachbarin, die auch hin und wieder in meinen Blog schaut, hat mir gestern erzählt, dass der Film, irgendwann die Tage im Fernsehen lief. Da wir keine Fernsehzeitschrift besitzen und ich, seit ich schreibe, kaum noch fernsehe, ist mir dies natürlich völlig entgangen.

Jedenfalls erinnerte mich dieses Gespräch daran, dass ich  euch ja mal  zwei Filme, die ich die letzte Woche im Kino genießen durfte, nahe legen könnte.

Den ersten haben wahrscheinlich einige von euch schon gesehen. Er läuft bereits ein paar Monate im Kino.

Wer “Elea” gelesen hat, hat sicherlich auch ein Faible für Märchen. “Maleficent” mit Angelina Jolie als dunkle Fee ist zwar eine Neuauflage von Dornröschen, aber mal  g a n z  anders. Für die, die den Film noch nicht kennen, empfehle ich Taschentücher parat zu haben.  Es ist ein farbenprächtiger Film mit liebenswerten, fantasievollen Figuren und vor allem mit einer ganz neuen Interpretation, die einen zum Nachdenken anregt. Mehr will ich nicht verraten. Vielleicht gibt es ja doch noch den ein oder anderen, der “Maleficent” nicht kennt. Angelina Jolie spielt wieder mal unschlagbar gut.

Beinahe hätte ich es vergessen. Ihre Tochter hat auch einen kurzen Auftritt. Als ich dieses kleine, vielleicht zweijährige Mädchen sah, musste ich laut auflachen. “Brad Pitt lässt grüßen!”

Mein zweiter Tipp ist erneut – wäre hätte es gedacht – ein Fantasy-Film: “Drachenzähmen leicht gemacht 2″.

Der erste Teil hat ja schon einen Oscar gewonnen. Der zweite ist mindestens genauso gut. Wer Drachen liebt, sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen. Es werden so viele verschiedene Drachen in dem Animationsfilm dem Zuschauer geboten. Da kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Jede Art hat einen “aufschlussreichen” Namen und verfügt über eine spezifische Gabe. Überhaupt ist allein die Namensgebung ein absolutes Highlight dieses Films. Die Hauptfigur heißt Hicks, deren Vater Haudrauf, der Schmied Grobian, ein halbstarker Wikinger Rotzbacke usw.

Meine Lieblingsfigur ist der Drache Ohnezahn. Er und  Hicks werden untrennbare Freunde. Für mich sieht er aus wie eine Kreuzung zwischen einem Hund, einer Fledermaus und einem Fischotter. Und dann diese Augen … Unglaublich!

Für meinen Sohn war es ein unvergessliches, erstes Kinoerlebnis. :)

11. Schreibfortschritt-Telegramm/ 1. Appetizer

Ich schreibe gerade an  Kapitel 2 von Teil III “Opfer und Qualen” . Aktuell bin ich bei Seite 456 angelangt.

Soviel zu meinen Schreibfortschritten.

Ihr erinnert euch sicherlich, dass ich im letzten Beitrag zu einer Umfrage aufgerufen habe. Die Leser haben eindeutig entschieden. Acht von euch hätten gerne von Zeit zu Zeit eine Leseprobe als “Appetizer”, einem ist es egal und ein anderer ist dagegen. Der Stimme des letzten kann ich jedoch  nicht so viel Gewicht beimessen, da ich ihn kenne und er nicht so objektiv ist wie ihr.

Ich werde die ausgewählte Szene jedoch nie in einen erklärenden Kontext einbetten, da ich so zu viel verraten würde. Das versteht ihr sicherlich. Außerdem werden es nie Schlüsselstellen oder dramaturgische Highlights sein, die ich euch “serviere”.  Es handelt sich vielmehr um Textpassagen, in denen ihr neue Figuren kennenlernt.

Also keine Angst! Ihr werdet nichts an Spannung einbüßen, wenn ihr die Textproben lest.

 

“Appetizer” No. 1

In dem folgenden Appetizer, unterhalten sich Bowen, Zweiter Heerführer Borayas, und Elea. Zwischendurch ist mal die Rede von Gelhad, der  Erster Heerführer Borayas ist. Nur so viel zum besseren Verständnis.

Elea wurde aus ihren Gedanken gerissen, als erneut das Knarren einer Tür ertönte, diesmal wesentlich lauter. Eilige, barfüßige Schritte näherten sich ihrem Zimmer. Sie ahnte schon, wer es war. Die zwei folgenden kräftigen Klopfgeräusche an der Tür, ließen keinen Zweifel daran.

Was will er denn so früh?

„Ja, komm schon rein, Bowen!“

Schon als der Mann die Tür halb geöffnet hatte, drang ein blauer Lichtschein in das Zimmer. Das Glühen ihres Haars bekam Konkurrenz von dem aufblinkenden Stein auf Bowens magischem Buch. Nachdem er die Tür hinter sich geschlossen hatte, blieb er mitten im Raum stehen und musterte Elea mit einem anzüglichen Grinsen, das so breit war, dass sogar das dunkle Loch seines abgebrochenen Schneidezahns hervorlugte.

„Sieh mich nicht so an! Als ob du in Kalistra nicht schon mehr als einmal in Gesellschaft von Frauen warst, die noch spärlicher bekleidet waren als ich jetzt.“

Bowens tiefes Lachen erfüllte das Zimmer.

„Ja schon. Aber keine ist annähernd so liebreizend wie du, vor allem mit diesem doch sehr außergewöhnlichen Haar.“

Mit Bowens Spott konnte sie besser umgehen als mit bewundernder Schwärmerei. Auch wenn sie gerne mit Finlay zusammen war, fühlte sie sich in Bowens Anwesenheit viel unbefangener. Sie konnte sich das Lächeln, das über ihre Lippen huschte nicht verkneifen.

„Dich habe ich auch schon mit mehr Kleidungsstücken bekleidet gesehen.“

Sie starrte auf seine halb geöffnete Hose und ließ dann ihren Blick auf seine nackte behaarte Brust gleiten, über die sich diagonal eine lange Narbe zog. Rasch sah sie zu ihm auf.

„Gibt es Neuigkeiten von Gelhad?“

„Ähm ja. Ich war gerade dabei, mich zu entkleiden, da begann der Stein zu leuchten. Er hat diesmal viel mehr geschrieben als sonst. Und so wie es aussieht, hatte er nicht sehr viel Zeit. Ich kann seine Schrift kaum entziffern. Du weißt doch, dass ich mich mit dem Lesen schwertue. Kannst du es mir vorlesen?“

Er reichte ihr das aufgeschlagene Buch und wartete gespannt mit verschränkten Armen. Elea schob ihre beiden Pergamente zur Seite und legte das Buch vor sich.

„Ich versuche es … Also…

Bowen, diese Nachricht ist wahrscheinlich die letzte, die du von mir erhalten wirst. … Ich habe niemand gefunden, dem ich das Buch anvertrauen könnte. Deshalb werde ich es im Rua-See versenken. Wenn du am südlichen Ufer stehst und dem See den Rücken kehrst, dann siehst du eine Gruppe von mehreren Tannen. Denke dir eine Linie ausgehend von diesen Tannen bis zum Ufer. Von diesem Punkt werde ich das Buch, so weit ich kann, in den See hinaus werfen, sobald ich diese Nachricht fertig geschrieben habe…“

Elea brach ab.

„Aber da wird es doch unbrauchbar. Es wird dort unten vermodern. Und überhaupt: Ist der See tief?“

Bowens Miene hatte sich von Wort zu Wort verdüstert. Ungeduldig antwortete er:

„Nicht wenn er es in ein Stück Stoff einwickelt, das mit Pech getränkt wurde. Und nein. Er ist nicht sehr tief. Lies weiter!“

 „Bowen, wir haben verloren. … Die morayanischen Krieger sind nicht nur im Norden und ein paar Tagesritte weiter südlich über den San in Boraya eingefallen. In der Nähe von Erongh haben sie den Hauptangriff gestartet. Die anderen beiden dienten nur zur Ablenkung. Sie hatten Katapulte, mit denen sie mit Steinbrocken und brennenden Kugeln aus Reisig auf uns schossen. Unsere Bogenschützen wurden dadurch daran gehindert, Schwärme von Pfeilen auf die übersetzenden Flöße zu schießen. Die ersten Tage haben sich unsere Truppen im Norden noch gut gehalten. Doch es wurde immer schwerer und dann kam die Nachricht aus Erongh, dass mindestens dreitausand morayanische Krieger den San überquert hätten, an einer Stelle, die niemand erwartet hätte. Sie werden angeführt von Roghans neuem Ersten Heerführer. Er trägt eine merkwürdige Rüstung und eine Maske…“

Elea machte eine Pause, die sie nutzte, um den Kloß, der sich beim Lesen in ihrem Hals gebildet hatte, weg zu schlucken. Ängstlich schweifte ihr Blick zu Bowen, der ihn grimmig erwiderte.

„Lies weiter“, forderte er sie schroff auf.

Elea räusperte erst ihre Stimme frei, bevor sie mit immer leiser werdender Stimme fortfuhr.

Er ist auf dem Weg nach, …  nein inzwischen muss er schon in Boray angekommen sein. Ich hab mich sofort mit meinen Truppen dorthin aufgemacht. Roghan und seine Krieger haben uns einfach ziehen lassen. Sie wissen warum.

Dieser Heerführer hat Angst und Schrecken in Erongh hinterlassen. Er ist unangemessen brutal … und dies schon gegenüber den Stadtbewohnern. Er hat eigenhändig ein paar junge Burschen, die mit Steinen auf ihn und seine Krieger geworfen haben, auf dem Marktplatz … ausgepeitscht… vor den Augen ihrer Mütter.“

Die letzten Worte waren nur mühsam Elea über die Lippen gegangen. Nun war sie unfähig, noch ein weiteres Wort laut vorzulesen. Sie versuchte, ein Würgen zu unterdrücken, so übel war  ihr. Fassungslos sah sie Bowen in die Augen, der damit begonnen hatte, nervös im Zimmer auf und ab zu gehen.

„Ich kann nicht weiterlesen, Bowen. Es tut mir leid. Ich…“

Aufgebracht kam er auf sie zu gestürzt und riss ihr das Buch aus den Händen.

„Gut. Dann werde ich es eben selbst tun, aber laut. Du sollst ruhig hören, was dein Geliebter meinem Volk antut.“

Er überflog einige Zeit das Geschriebene, bis er die Stelle gefunden hatte, wo Elea abgebrochen hatte. Wesentlich langsamer und stockender las er weiter.

„Er hat sie in das … Gefängnis der Stadtwache werfen lassen. Zweihundert Krieger sind in der Stadt … geblieben. Bowen, er soll wahllos Männer, Frauen und Kinder mitgenommen haben und hat uns, den … borayanischen Heerführern, eine Nachricht hinterlassen. Wenn er in Boray ankommt, will er, dass wir uns ihm ergeben. Wenn nicht, wird er dies bis dahin jeden Tag, der vergeht, einen dieser armen Menschen spüren lassen. Ich weiß nicht, wie viele Tage bereits vergangen sind, seitdem er dort angekommen ist. Ich weiß auch nicht, ob unsere Truppen Boray noch unter ihrer Kontrolle haben. Ich werde … schnellstmöglich nach Boray … reiten und mich ihm ergeben. König Eloghan ist in … Sicherheit. Ich habe es so arrangiert, dass selbst ich nicht weiß, wo genau er sich aufhält. Sicher ist sicher! Du wirst deine … Mission, wie geplant, fortsetzen. Du bist unsere einzige Chance, du und … diese Frau mit ihrem Drachen.“

Er sah kurz auf und warf Elea einen wütenden Blick zu.

„Ich weiß nicht, was Roghan oder dieser … verfluchte Heerführer vorhaben, wenn sie meine … Kapitulation … entgegengenommen haben. Ich hoffe nur, dass sie damit zu…frieden sind. Denn mehr als diese und mich bekommen sie nicht.

Pass auf dich und deine Männer auf. Handle überlegt und geh’ kein Risiko ein. Ihr dürft nicht … entdeckt werden.

Egal, was passiert, egal, welche … Nachrichten dich ereilen, Roghans Festung und Moray bleiben dein primäres Ziel.

Du warst immer wie ein Sohn für mich und mein… bester … Schüler. Ich hoffe, du … enttäuschst König Eloghan und unser Volk nicht.

 Leb wohl!“

 Bowen knallte so das Buch zu, dass Elea zusammenzuckte. Ungehalten warf er es vor ihr aufs Bett. Mit tränenverschleiertem Blick sah sie darauf. Der blaue Stein auf dem Buckdeckel hatte mit dem Lesen des letzten Wortes augenblicklich aufgehört zu leuchten.

Sie fühlte sich so elend, wie schon lange nicht mehr. Körperliche Schmerzen wie die von den Peitschenstriemen oder von der verbrannten Haut auf ihrer Brust waren nichts zu dem Schmerz, der von ihrem Herzen ausging.

Bowen lief wieder barfüßig im Zimmer auf und ab und raufte sich sein Haar. Ab und zu suchte er wütend Eleas Blick, den sie ihm jedoch versagte.