Band 1

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Elea – Die Träne des Drachen

 

Die Prophezeiung:

„Eine Frau – fast noch ein Mädchen –

wird sich erheben auf mächtigen Schwingen

hoch in den Himmel empor –

des Menschenvolkes letzter Hoffnungsschimmer,

der so hell erstrahlt wie am Firmament

der glühend rote Feueratem, der ihr vorauseilt.

 

Verbündet mit dem Herrscher des Feuers,

gewappnet mit unbeugsamem Willen

und gestärkt mit der Macht der Liebe,

vermag allein sie es,

einen übermächtigen Feind zu bezwingen

und auf immer und ewig zu vernichten.

 

Kummer und Schmerz, Opfer und Qualen

sind ihre steten Wegbegleiter

bis zum unausweichlichen Ende des Kampfes

zwischen Gut und Böse, -

einer Schlacht, deren Ausgang darüber entscheidet,

ob die Welt in ewiger Finsternis versinkt.“

Die Macht der Liebe:

Liebe kann Wärme sein und das Herz öffnen,

auf dass schöne Empfindungen

es durchströmen.

Liebe kann Hitze sein und das Herz erfassen,

auf dass es schlägt - im Einklang 

mit einem anderen Herzen.

Liebe kann Feuer sein und das Herz verbrennen,

auf dass nur noch der Herzschlag

des anderen zählt.

  

Klappentext:

Was wäre, wenn der Mann, der dich wie ein wildes Tier gehetzt hat, der dich geschlagen und gedemütigt hat, deine große Liebe werden würde – diese Liebe aber nicht sein darf?

Genau das widerfährt der jungen, außergewöhnlichen Elea, als sie von dem düsterem und kaltherzigen Krieger Maél im Auftrag von König Roghan, dem Herrscher über Moraya, gewaltsam ihrer Familie entrissen wird.

Aber nicht nur ihre Entführung bringt ihr Leben völlig aus den Fugen, sondern auch eine Prophezeiung, der zufolge sie eine Drachenreiterin sein und das Menschenvolk vor den dunklen Mächten retten soll.

Doch was niemand weiß – sie selbst am allerwenigsten: Ihre Liebe zu Maél erweckt in ihr etwas zum Leben, was noch viel mächtiger ist als eine Drachenreiterin…

 

“Die Träne des Drachen” ist der Auftakt der Trilogie um Elea und Maél, zwei Menschen, die füreinander bestimmt und zugleich Feinde sind.

Textschnipsel:

Der Jäger räusperte sich, fasste sich ein Herz und sprach den maskierten Mann mit bebender Stimme an. „Was wollt ihr von uns?“

„Ich glaube, das wisst ihr ganz genau.“ Maél schickte einen Krieger nach oben, um nachzusehen, ob sich das Mädchen oben versteckt hielt. Sein Blick schweifte nochmals gründlicher durch den Raum. Dabei entdeckte er in der Ecke neben der Kochstelle zwei gepackte Reisetaschen, zwei Schwerter und zwei Bögen. Sie wollten also bald aufbrechen und fliehen. Wo ist dann nur das Mädchen? „Du, da oben, komm mit deiner Schwester herunter und setzt euch an den Tisch“, bellte er die Treppe hinauf. „Und ihr zwei setzt euch auch dazu“, sagte er auf den Mann und die Frau deutend.

Kurz darauf kam der nach oben geschickte Krieger wieder die Treppe hinunter und schüttelte verneinend mit dem Kopf. Maél wandte sich dem Familienvater zu. „Ihr seid Albin, nicht wahr?“ Der Mann nickte und hielt die Hand seiner Frau in seiner. „Gut. Wir suchen Eure…“ Maél, der sich vor den Tisch aufgebaut hatte, kam nicht dazu seinen Satz zu beenden, da Jadora aus dem Zimmer von nebenan mit etwas in der Hand herumwedelnd herausgestürzt kam. Nachdem Albin und seine Frau ihre Position vor der Tür verlassen hatten, war er in das Zimmer eingetreten, um nachzusehen, ob sich das Mädchen vielleicht dort versteckt hatte. „Das ist sie! Da bin ich mir ganz sicher! Und eine Schönheit ist sie auch!“ Die Frau des Jägers stöhnte auf. Jadora ging zu dem maskierten Krieger und reichte ihm das Bild von Elea, das Breanna erst kürzlich gezeichnet hatte. Maél wollte nur einen kurzen Blick darauf werfen und sich dann wieder der Befragung der Familie widmen. Doch dieser fiel länger aus, als er beabsichtigt hatte. Das Gesicht einer jungen Frau sah ihm entgegen. Zuallererst stachen ihm drei hellere Strähnen in ihrem mit Kohle gezeichneten, schwarzen Haar in die Augen. Sein Blick wanderte weiter zu ihren Augen hinunter, kurz zu ihrer kleinen Nase und ihrem kleinen Mund mit den vollen Lippen, um dann wieder zu ihren Augen zurückzukehren. Diese waren im Vergleich zu ihrer Nase und ihrem Mund fast schon viel zu groß. Außerdem mussten sie ungewöhnlich hell sein, da sie in einem noch helleren Grauton herausgearbeitet waren als die drei Strähnen. Ihre Augen gewannen zudem noch mehr an Faszination durch die langen, dichten Wimpern, die sie dunkel umrahmten. Ihre kräftigen Augenbrauen verliehen ihr etwas Wildes, Unbändiges, das in krassem Widerspruch zu ihrem sanften Lächeln stand und etwas ausdrückte, was Maél jedoch nicht erfassen konnte. Was in der Tat nicht zu leugnen war, sie war ausgesprochen schön – auf eine ganz außergewöhnliche, fremdartige Weise.

Maél wurde sich plötzlich der anhaltenden Stille um sich herum bewusst, sodass er sich von der Betrachtung des Porträts losriss und seine Aufmerksamkeit wieder auf Albin und seine Frau richtete. „Wo ist sie?“, fragte er und hielt dem Mann Eleas Bild vor die Nase. Bevor Albin irgendetwas sagen konnte, war Kaitlyn von Louans Schoß aufgesprungen und riss dem maskierten Mann das Bild aus der Hand. Sie drückte das Bild an ihre Brust, wich aber erstaunlicherweise keinen Schritt vor dem angsteinflößenden Krieger zurück. Mit schluchzender Stimme schrie sie ihn fast an: „Elea ist nicht mehr da. Sie ist schon längst über alle Berge. Ihr werdet sie nie, nie finden.“ Während der Rest der Familie vor Schreck über Kaitlyns Ausbruch die Luft anhielt, konnte sich der schwarze Mann unter seiner Maske ein flüchtiges Lächeln nicht verkneifen. Das kleine Mädchen mit den blonden Zöpfen imponierte ihm. Sie ließ sich nicht wie seine sonstigen Opfer einschüchtern. „So. Einen Schritt sind wir nun weiter gekommen. Jetzt wissen wir, über wen wir reden. Sie heißt also Elea.“

 

 

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Eine High-Fantasy-Tetralogie um Liebe und Hass