Band 3

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Elea – Teneviola

Die Glühende -

eingeschlossen in der Welt des ewigen Halbdunkels,

als Wesen des Lichtes unter Kreaturen der Finsternis und

des Schattens,

mit nichts gewappnet als einer Magie geboren aus Liebe

- nun versunken in Hass und Zorn -

und an ihrer Seite ihr größter Peiniger,

dem geschenkt sie hat einst ihre Liebe -

wird sie finden

den Ausweg zur Rettung

der Welt des Lichtes?

Voraussichtliche Veröffentlichung: Sommer 2016  :(

Klappentext:

Elea reist allen Widrigkeiten zum Trotz zusammen mit Maél durch das Portal in die dunkle Welt „Teneviola“, die in nichts mit Eleas Welt zu vergleichen ist. Sie legt der jungen Frau gefahrvolle Hindernisse in den Weg, bei ihrer Suche nach dem Schlüssel für die Vernichtung des Zauberers Darrach. Unglaubliche Dinge kommen ans Licht, die das Unheil erklären, das mit ihm über die Menschen hereingebrochen ist. So erfährt Elea auch, dass Maél eine Schachfigur in einem perfide angelegten Racheplan des Bösen ist.

Doch nicht nur damit hat Elea zu kämpfen. Wird sie ihre verloren gegangene Liebe zu Maél wiederfinden? Wird Maél wieder sein Gedächtnis zurückerlangen? Und birgt der Eiserne Berg tatsächlich des Rätsels Lösung für die Erfüllung der neuen Prophezeiung?

Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Denn durch das Portal ist eine weitere Bedrohung in Eleas Welt geschlüpft, die die Menschen ihrem Untergang noch näher bringt als Darrach.

 

Textschnipsel Nr. 1

Wie betäubt sah Elea zu, wie Navarion und Serleen in dem schwarzen Schlund der Höhle verschwanden. Dass sie sich nur wenig später ebenfalls im Inneren des Berges befand, wurde ihr erst in dem Moment bewusst, als Valaria ihr das Ledertuch vom Kopf entfernte und die Dunkelheit vom Lichtschein ihres Haars verdrängt wurde. Die Kriegerin musste sie hineingeschoben haben, ohne dass sie es bemerkt hatte. Die Frau sah sie besorgt an, während ihre Hände auf ihren Schultern ruhten.

„Du siehst gerade aus, als wärst du einem blutrünstigen Belok begegnet. Nach allem, was dieser Kerl dir angetan hat, kann ich als Frau sehr gut nachvollziehen, dass du über seinen möglichen Sinneswandel nicht in dem Maße erfreut bist, wie man vielleicht von dir erwarten würde. Es verlangt ja auch keiner von dir, dass du mit ihm das Lager teilen musst.“

Eleas Gesichtsausdruck wechselte zwischen Entsetzen und Entgeisterung hin und her. Dass Valaria sie nur beruhigen wollte, war ihr bewusst, aber die Wahl ihrer Worte erreichten genau das Gegenteil.

„Valaria, ich bin müde und werde mich jetzt, wie Navarion uns angewiesen hat, in meine Kammer zurückziehen.“

Sie nahm den Bogen und den Köcher, in dem sich mittlerweile auch wieder alle Pfeile, die sie auf die Beloks abgeschossen hatte, befanden, von ihrem Rücken und ließ sie einfach auf den Boden gleiten. Ohne auf die Kriegerin zu achten, steuerte sie auf den Gang zu, der zu ihrer Kammer führte. Die vielen Gesichter der Akrachoní, die alle auf sie gerichtet waren, nahm sie nicht wahr. Alles, was sie wollte, war den räumlichen Abstand zu Maél zu vergrößern. Sie hoffte, dass sie nach dieser zugegebenermaßen kurzen Strecke eine gewisse Erleichterung verspüren würde. Doch dem war nicht so. Stattdessen spürte sie zum ersten Mal eine tiefe Sehnsucht nach Arabín. Die aufwühlenden Ereignisse und vielen neuen Eindrücke in dieser Welt hatten ihr bisher kaum Zeit gelassen, ihn, Maella, Finlay oder ihre Familie zu vermissen. Doch jetzt genau in diesem Moment war es überdeutlich, dass er es war, nach dem sie sich am meisten sehnte. Sie würde ihr glühendes Haar hier in der ewigen Finsternis des Höhlensystems dafür geben, wenn sie wenigstens seine tiefe raue Stimme hören könnte. Dies allein würde genügen, ihr Trost zu spenden und Kraft zu geben. Bisher war Arabín immer dagewesen, um ihre Seele aufzufangen, wenn sie drohte in Trauer und Angst zu versinken. Und wenn dies außerhalb seiner Möglichkeiten gelegen war, dann wusste er genau, wem dies an seiner Stelle gelingen würde. Doch nun in dieser anderen, ihr vollkommen fremden Welt, in Teneviola, war sie ganz auf sich allein gestellt.

In ihrer karg eingerichteten Kammer angekommen, sah sie an sich herunter. Serleens Schweiß hatte ihr Hemd und das Unterhemd darunter durchnässt. Ihre Lederhose würde noch einige Zeit halten. Ihre Unterwäsche hatte sie schon eine Ewigkeit nicht mehr gewechselt. Ihr einziges Hemd würde bei den Abenteuern, die sie noch zu bestehen hatte, nicht lange halten. Elea schüttelte über sich selbst den Kopf.

Genau der richtige Zeitpunkt, sich über seine Garderobe Gedanken zu machen.

Obwohl Serleen sie den gesamten Rückweg getragen hatte, schleppte sie sich erschöpft zu ihrem Schlafplatz. So wie sie war, ließ sie sich einfach darauf nieder und schloss die Augen in der Hoffnung, nach dem anstrengenden und aufregenden Tag möglichst schnell einzuschlafen, um wenigstens in einem Traum Arabíns Stimme zu hören und seine rauen Schuppen unter ihren Händen zu spüren.

Textschnipsel Nr. 2

…er befindet sich in einer Scheune oder einem Stall, vielleicht ist es auch beides zugleich. An einer Holzwand angelehnt sitzt er auf dem Boden. Neben ihm erhebt sich ein Haufen von Stroh. Zu seiner Rechten liegt Pferdegeschirr und Zaumzeug herum und an der Wand ihm gegenüber stehen Säcke, wahrscheinlich mit Korn oder anderen Vorräten gefüllt. Seine Augen könnten alles ganz genau erkennen, auch ohne den Schein einer Fackel oder Kerze. Kein Licht dringt durch das Fenster und die halb geöffnete Tür. Es ist Nacht.

Plötzlich hört er die Angeln einer Tür quietschen und gleich darauf sich schnell nähernde Schritte. Die Tür öffnet sich vollends und die schlanke Gestalt einer Frau, deren lange schlanken Beine nicht unter einem Rock verborgen sind, sondern in Hose und Lederstiefeln stecken, betritt das Gebäude. Ohne etwas in der Finsternis zu erkennen, lässt sie suchend ihren Blick umherschweifen. Mit einem Mal klemmt sie sich die Felle, die sie bei sich trägt, unter den linken Arm und zieht mit einem Griff ein Tuch von ihrem Kopf. Augenblicklich liegen die verschiedenen Grauschattierungen, die er bei Dunkelheit unterscheiden kann, in strahlendem orange-roten Licht, das ihr Haar verströme.

Ohne ihn zwischen Wand und Strohhaufen entdeckt zu haben, begibt sie sich in die hinteren Gefilde des Gebäudes. Jetzt erst entdeckt er einen kleinen Korridor, von dem aus es in einzelne Unterstellplätze führt. Also doch ein Stall. Die Frau dabei zu beobachten, wie leichtfüßig sie sich bewegt mit ihrem leuchtenden Haar, ruft in ihm eine wohlige Wärme hervor, die bis in den hintersten Winkel seines Körpers vordringt. Für einen Moment verlässt sie sein Blickfeld, um dann kurz darauf wieder zu erscheinen. Sie bemerkt ihn. Der Blick in ihren grünen Augen lässt sein Herz höherschlagen. Sein Mund formt Worte, ohne dass er sie hört. Auch ihr Mund bewegt sich. Doch er hört keinen Laut. Er spürt nur die angenehme Wärme, die in ihm unaufhörlich schwelt. In ihm wächst das Verlangen, sich ihr zu nähern und eine ihrer glühenden Strähnen zu berühren. Diesem Verlangen gibt er nach einem inneren Ringen schließlich nach. Schon steht er vor ihr und hält eine Haarsträhne zwischen seinen Fingern. Seidige Weichheit ertasten seine Fingerspitzen. Wieder werden lautlose Worte ausgetauscht. Über ihren verärgerten Gesichtsausdruck legt sich mit einem Mal ein Schleier von Traurigkeit. Nicht viel später schlingt sie ihre Arme um seinen Hals und drückt sich an seine Brust. Ihre Umarmung erwidernd, verharrt er so eine Weile, bis ihre Hände unverhofft seinen Hals hinuntergleiten und sich an irgendetwas festklammern. Plötzlich verhärtet sich ihr Körper in seinen Armen. Jeder ihrer Muskeln scheint, sich zu verkrampfen. Er bemerkt, dass ihr das Atmen immer schwerer fällt. Ihre Augen sehen ihn angstverzerrt an. Es kommt immer noch kein Laut über ihre Lippen, diesmal jedoch weil sie nicht in der Lage sind, Worte zu formen.

Er weiß nicht, warum, aber er nestelt mit einer Hand an ihrem Halsausschnitt herum, erfasst einen Lederriemen und zieht daran, bis er reißt. Er wirft in weg. Doch dies bringt ihr keine Erleichterung. Er will ihre Finger von dem Eisenring um seinen Hals lösen, doch er müsste sie brechen, um dies zu erreichen, so fest umklammern sie das Stück Metall. Hilflos muss er mitansehen, wie sie immer schwerer Luft holt. Sein Blick versinkt verzweifelt im Grün ihrer Augen. Dann geschieht etwas Unfassbares. In ihren Augen nimmt ein Bild von ihnen beiden Gestalt an, wie sie sich küssen. Ohne zu zögern, senkt er seine Lippen auf ihre und wird jäh durch den Mund von einer gewaltigen Kraft erfasst, die ihn zusammen mit ihr auf den Boden schleudert. Die wohlige Wärme von eben ist nichts im Vergleich zu der Hitze, die nun in seinem Körper wütet. Ihm bricht der Schweiß aus und durchtränkt seine Kleidung…

„Für einen Wandelbaren hat er aber einen tiefen Schlaf.“

Serleen stand mit gezücktem Schwert hinter Navarion, der vergebens mit der Stiefelspitze gegen Maéls Brust stieß. Der Mann lag vor ihnen, aus unerfindlichen Gründen schweißgebadet. Ein lautes Klatschen erklang in der Zelle, als der Akrachoní ihm eine satte Ohrfeige gab. Diese hatte offenbar nicht ihre Wirkung verfehlt. Als Navarion erneut ausholte, schoss plötzlich Maéls Hand hervor und stoppte die auf ihn heransausende, indem er sie festhielt. An der Berührungsstelle der beiden Hände wirkten zwei Kräfte aufeinander, die sich in nichts nachstanden. Mehrere Atemzüge lang bot sich Serleen ein stummes Kräftemessen der beiden Männer, das er fasziniert verfolgte. Keiner von ihnen war scheinbar bereit, als erster nachzugeben.

Nach einer Weile wurde Serleen es doch leid, dem beiderseitigen Entgegenstemmen länger zuzusehen. Auf Navarions Stirn hatten sich bereits Schweißperlen gebildet. Bei Maél wusste er nicht, ob ihn diese körperliche Anstrengung zum Schwitzen brachte, da sie ihn ohnehin schon in seinem Schweiß liegend angetroffen hatten. Kurzerhand steckte er sein Schwert in seinen Gürtel und legte seine Hand auf die der beiden.

„Ich denke, das genügt jetzt. Jetzt wissen wir, dass ihr euch in Kraft ebenbürtig seid. Als nächstes könntet ihr einen Schwertkampf veranstalten. Das würde mal für eine Abwechslung in unserem recht eintönigen Leben sorgen.“

„Von mir aus auf der Stelle“, antwortete Maél als erster und verminderte gleichzeitig mit Navarion den Druck gegen die gegnerische Hand.

„Und um die ganze Angelegenheit spannend zu machen, kämpfen wir um die Hexe.“

Navarion erhob sich, ließ aber seinen missbilligenden Blick auf Maél ruhen.

„Lass mich allein mit ihm, Serleen!“

„Bist du dir sicher? Wir dürfen nicht allein zu ihm und nicht ohne Waffen, aber du schon?“

Navarion wandte ihm sein Gesicht zu.

„Im Gegensatz zu euch bin ich ihm auch gewachsen. Los! Verschwinde jetzt! Und wenn Elea aufwacht, kümmere dich um sie. Wenn sie gegessen hat, kannst du ihr zusammen mit Valaria ein wenig von Teneviola zeigen und erzähle ihr etwas über deren Bewohner, aber nicht die allzu schockierenden Dinge. Das übernehme ich lieber.“

Maél schnaubte empört. Er wollte schon den Mund öffnen, um eine abfällige Bemerkung zu äußern. Navarion kam ihm jedoch zuvor.

„Allerdings fürchte ich, dass Teneviola nur noch wenig zu bieten hat, was ihre Vorstellung von Grauen übertrifft.“

Ein Blick voller Verachtung für das, was er Elea angetan hatte, traf Maél. Dass er dies alles unter dem Einfluss des dunklen Zauberers gemacht hatte, milderte im Moment kein bisschen Navarions Urteil über ihn …

 

Textschnipsel Nr. 3

Maél schnaubte wütend und richtete mühsam mit schmerzverzerrtem Gesicht seinen Oberkörper auf.

„Ihr mögt – wozu auch immer ein Problem weniger haben – aber was mit mir ist…“

„Mit dir?“, unterbrach ihn Navarion. „Du kannst dich glücklich schätzen, dass du endlich wieder Herr deiner geistigen Kräfte bist und selbst dein Handeln kontrollieren kannst. Und nach allem, was du Elea und noch vielen anderen unschuldigen Menschen angetan hast, bietet sich dir nun die Chance, deine Gräueltaten halbwegs wiedergutzumachen. Hast du eigentlich eine Ahnung, warum du hier bist?“

Maél lachte bitter auf.

„Weil ich verwandelt war und es mich nach ihrem Blut dürstete. Vor lauter Gier habe ich mich an ihrem Bein festgehalten.“

Nun lachte Navarion.

„Du kennst sie offensichtlich doch noch nicht gut genug. Sie hatte das alles geplant. Sie hatte sich dir in Kalistra freiwillig ergeben, obwohl ihr bewusst war, dass du sie leiden lassen würdest. Dies tat sie nur, weil du – laut einer neuen Prophezeiung – ihr Verbündeter hier in Teneviola sein sollst, um das Böse zu finden, mit dem ihr Darrach vernichten könnt.“

Maél schluckte schwer und schloss die Augen. Navarion hörte sein Herz wie wild gegen die Brust schlagen.

„Das vergangene Jahr war für sie, wie du dir denken kannst nicht leicht. Sie wurde zu einer Farinja, zu einer Drachenreiterin. Sie hatte Schmerzen ertragen müssen, die eine so junge Frau nicht erdulden dürfte. Als sie hier bei uns ankam, wusste sie nicht, was sie für neue schlimme Dinge zu befürchten hatte. Sie hatte großes Glück gehabt, dass meine Krieger sie gefunden haben und nicht die von Lazul oder noch gefährlichere Kreaturen. Glaube mir, von denen gibt es hier in Teneviola zur Genüge. Ich und meine Leute werden sie vor den Gefahren hier beschützen, soweit es in unserer Macht liegt. Dich aber braucht sie für die Erfüllung ihrer Bestimmung, für die Rettung der Menschen auf der anderen Seite des Portals, auch wenn sich ihr im Moment noch nicht erschließt, wie deine Hilfe dabei aussehen soll. Also willst du dich jetzt immer noch wie ein Feigling in den Tod flüchten oder willst du ihr beistehen mit all deinen Fähigkeiten und Kampffertigkeiten, die du besitzt?“

Maél sah auf die blutige Masse, in der sich das, was von seinen Händen übrig geblieben war, versteckte.

„Es war für mich zugleich der größte Schock und der größte Schmerz, die ich jemals empfunden habe, als ich vorhin aus den nicht enden wollenden Träumen erwacht bin, die letztendlich nichts anderes als Erinnerungen an die Zeit waren, bevor Darrach meinen Geist vergiftet hat. Es waren so schöne Erinnerungen, die mein Unterbewusstsein nicht loslassen wollte. Ich weiß nicht, wie lange dieser Kampf gegen das Erwachen gedauert hat. Alles in mir hat sich dagegen gewehrt aufzuwachen. Und dann geschah es doch. Erst habe ich nach dir gerufen. Du sagtest ja, dass ich dies tun sollte, wenn ich an Darrachs Aufrichtigkeit zu zweifeln beginnen würde. Du kamst nicht. In meiner Verzweiflung und bei dem sich immer mehr in mein Herz bohrenden Schmerz rief ich nach ihr. Ich wollte sie um Verzeihung bitten dafür, dass ich sie geschlagen, gedemütigt und ihr nicht geglaubt hatte, nicht glauben wollte. Doch wieder keine Reaktion. Es hätte auch an ein Wunder gegrenzt, wenn sie gekommen wäre. Glaube mir, die größte Strafe widerfuhr mir dadurch, dass ich mich jetzt wieder an mein altes Leben erinnere, aber gleichzeitig ganz klar vor Auge habe, was sich alles nach meinem Erwachen in der Höhle des Drachen zugtragen hat. Ich konnte dieses Wissen nicht länger in meinem Kopf ertragen. Deshalb wollte ich es mit dem Felsgestein aus meinem Kopf schlagen. Und meinen Händen wollte ich irreparablen Schaden zufügen, damit ich nie wieder mit ihnen jemandem ein Leid zufügen kann, vor allem nicht Elea.“

Navarion atmete tief ein und lächelte .

„Maél, mit diesen Worten bist du ein ganzes Stück weitergekommen, was deine Wiedergutmachung betrifft – zumindest in meinen Augen. Neutral betrachtet, hast du ja all die schrecklichen Taten auch nur unter Darrachs verheerendem Einfluss begangen. Er hat dein Denken und deinen Willen kontrolliert. Du warst nicht du selbst. Dies entschuldigt für mich dein grauenvolles Verhalten und Handeln. Für Elea wird dies jedoch nicht genügen. Aus ihrer Erzählung habe ich erfahren, dass das, was zwischen euch war, zerbrochen ist. Und wenn du mich fragst, dann musste sie dies zulassen. Denn nur durch die Wut und den Hass auf dich wurde sie stark genug, um deine demütigenden Worte und deine schmerzvollen Schläge ertragen zu können. So ist nur ihre Liebe zu dir zerbrochen, aber nicht sie. Die Liebe einer Frau zurückzugewinnen, die man mit der Peitsche geschlagen und mit Gewalt genommen hat, ist nicht leicht, aber…“

„Ich habe sie nicht mit Gewalt genommen. Ich hatte es vor. Ja. Verdammt!“

Mit der Hand, deren Gelenk von einem dicken Eisenring umschlossen war, schlug er außer sich auf den harten Steinboden. Der Schmerz, der seine zertrümmerte Hand durchfuhr, ließ ihn Aufstöhnen. Er begann zu zittern, so überwältigend empfand er auf einmal die Schmerzen in seinen Händen und in seinem Kopf und Gesicht. Seine Selbstdisziplin war am Ende. Dennoch sprach er leise weiter.

„Aber ein plötzlich auftretendes, atemraubendes Stechen in meinem Herzen hinderte mich – zum Glück – im allerletzten Moment daran, meinen Plan in die Tat umzusetzen. Ich ließ von ihr ab. Nur sie hat von alldem nichts bemerkt, da sie sich in einer Art Bewusstlosigkeit befand. Ich ließ sie zu diesem Zeitpunkt nur allzu gerne in dem Glauben, sie geschändet zu haben.“

Während Navarion den Korken aus der Flasche zog, sagte er mit einem zufriedenen Zug um den Mund.

„Eine Schandtat weniger, für die du zur Verantwortung gezogen werden musst. Wir sollten jetzt nicht länger mit der Verwandlung warten. Willst du immer noch sterben oder willst du ihr in ihrem Kampf beistehen?“

Er hielt ihm die kleine Flasche entgegen.

„Auch daran erinnere ich mich. In der Vergangenheit habe ich es immer gehasst, mich in dieses blutrünstige Monster zu verwandeln. Das vorletzte Mal unter Darrachs verheerendem Einfluss jedoch war ich so von dieser Kraft berauscht, die sich in meinem Körper entfaltet hat, dass ich geradezu besessen war davon, herauszufinden, wodurch die Verwandlung ausgelöst wird. Sie tat recht daran, es mir nicht zu verraten. Ich hätte ein Blutbad angerichtet.“

Er schwieg, ergriff die Flasche vorsichtig mit seiner zertrümmerten Hand und hielt sie sich unter die geschwollene Nase. Tief sog er den Duft nach Blut ein.

„Es ist von ihr.  Der Geruch ihres Blutes hat sich auf immer in mein Gedächtnis eingebrannt.“

Navarion nickte ihm ermutigend zu.

 

Textschnipsel Nr. 4 (Teil 1)

Nur widerwillig schlüpfte Maél wieder durch den kleinen Eingang in den Felsen. Die räumliche Trennung von ihr kam seiner Selbstbeherrschung entgegen, aber ihm war jetzt schon klar, dass ihn die Angst um sie wahnsinnig machen würde. Er ging gerade gebückt die enge Biegung des Ganges entlang, da fiel sein ungeschützter Blick auf Navarion, der ein paar Schritte weiter an der Wand angelehnt saß und seine Arme mit irgendetwas einschmierte.

„Hier nimm das! Ich sehe, dass deine Haut auch gelitten hat. Es lindert den Schmerz und fördert die Heilung. Das Zentrum des Sturmes muss sich direkt über uns befunden haben. Ich habe es noch nie gesehen. Ich weiß nur aus Beschreibungen von Gomrund, wie es aussieht. Es ist ein Netz aus Blitzen.“

„Das musst du Elea fragen. Aber nach der Wirkung, die das Licht auf mich hatte, geh ich schwer davon aus. Wie kann Licht ein Wesen so erstarren lassen?! Darrach hat mich häufig mit seiner dunklen Magie völlig bewegungslos gemacht. Eine schneidende Kälte von den Ringen ausgehend hat sogar meinen Lungen ihren Dienst fast versagen lassen. Bei den Ecrox ist es die Kälte, die sich von außen auf den Körper legt und sich nach innen frisst. Aber von diesem Licht, wenn es dich direkt trifft, dann geht davon eine unbeschreibliche Kraft aus! Es lässt sich kaum beschreiben, was passiert. Da ist Kälte, aber auch Hitze. Und weißt du, was am meisten befremdend ist, dein Wille wird lahm gelegt. In dem Moment, als das Licht mich direkt traf, bin ich regelrecht zusammengebrochen. Das Einzige, wozu ich noch fähig war, war meine Augen abzuschirmen. Wenn Elea nicht gewesen wäre, würden meine Arme mindestens genauso aussehen wie deine. Sie hat sie mit ihrem Körper so gut es ging verdeckt.“

Maél hatte damit begonnen, ebenfalls die fettähnliche Masse vorsichtig in seine gerötete und brennende Haut einzumassieren. Obwohl Navarion nicht dem Zentrum des Lichtsturms ausgesetzt war, hatte seine Haut deutlich mehr Schaden genommen. An manchen Stellen hatten sich sogar Blasen gebildet.

„Vergiss deinen Nacken und deine Ohren nicht. Sie hat es am schlimmsten erwischt“, machte ihn der Akrachoní darauf aufmerksam.

Maél zuckte zusammen, als er seine Ohren berührte. Bis eben hatte er wie gewohnt jeglichen Schmerz erfolgreich ausgeblendet.

„In der langen Zeit, die wir nun schon hier sind, war es heute zum Glück erst das dritte Mal, dass wir mit einem Lichtsturm überrascht wurden, dessen Zentrum sich so rasch uns genähert hat. Wenn ich eben an deiner Stelle gewesen wäre, dann würde ich nicht mehr hier sitzen. Aber diejenigen von uns, die einem solchen zum Opfer gefallen sind, haben es ähnlich wie du beschrieben und sind kurz darauf gestorben. Wir haben es im letzten Augenblick noch rechtzeitig in die Höhle geschafft, bevor das Blitzenetz über uns aufleuchtete. Unser Augenlicht ist im Moment etwas beeinträchtigt. Es wird etwas dauern, bis sich dies wieder gibt. Unsere Haut hat bisher noch nie solchen Schaden genommen wie heute.“

„Ihr müsst euch Hemden mit langen Ärmeln nähen.“

„Das nützt nicht viel.“

Navarion zog die Verschnürung auf und zog die Weste vor seiner Brust auseinander. Die Haut darunter hatte zwar keine Blasen geschlagen, aber eine Rötung wie bei einem starken Sonnenbrand war zu erkennen. Navarion schnürte die Weste wieder zu und betrachtete Maél prüfend, der sich auf der anderen Seite des Ganges niedergelassen hatte. Die Steinröhre war so eng, dass die beiden Männer nicht einmal ihre Beine ausstrecken konnten.

„Was war da draußen vorhin los zwischen euch? Hab ich richtig gesehen oder hat die Blendung meine Sicht noch zu sehr getrübt? Du hast gelächelt, obwohl deinem Leben im nächsten Augenblick durch einen Sturz ein Ende gesetzt worden wäre.“

Maél blickte besorgt zu der Biegung und konzentrierte sein Gehör auf Eleas Herzschlag, der immer noch nicht zu seinem gewöhnlichen Rhythmus zurückgefunden hatte.

„Bevor ich dir darauf antworte … stimmt es, dass sich die Ecrox bei den Lichtstürmen ebenfalls verkriechen?“

Navarion nickte.

„Wir, die Beloks, die Wandelbaren und die Ecrox. Nur nicht die Menschen, die Zwerge, die Unwandelbaren und …“

„Und?“, griff Maél den Satz auf, weil der Akrachoní ihn abgebrochen hatte.

„Ach, nicht so wichtig. Mach dir keine Sorgen um Elea. Solange der Sturm wütet, kann ihr niemand da draußen gefährlich werden. Nun sag schon, was hat dich so amüsiert? Vor allem nachdem du, seit wir aufgebrochen sind, alles andere als bester Laune warst. Dein Verhalten ähnelte sehr stark einem Belok, der nervös und hungrig in seinem Käfig auf und ab geht. Ist es das, was ich ahne? Ist es etwa ihr Mondblut?“

Maél schloss die Augen. Als er sie wieder öffnete lag Verzweiflung in ihnen.

„Ich habe schon oft ihr Blut gerochen. Es hatte überhaupt keine Wirkung auf mich. Aber seitdem ich die paar Tropfen ihres Blutes von meinen Lippen geleckt habe, als ich“, er schluckte erst hart, bevor er weitersprach, „sie ausgepeitscht habe, lässt mich dieser Duft nicht mehr kalt. Ja! Du hörst richtig. Ich spreche von einem Duft, der noch betörender ist als der Lavendel-Rosen-Duft, der ihrem Körper und ihrem Haar entströmt, der verlockender ist als alles andere, was ich bisher gerochen habe. Das Verlangen danach, ihr Blut zu kosten, ist seit dem immer stärker geworden. Ein solches Verlangen zu verspüren in dieser Gestalt“, er schlug sich mit der Faust auf seine Brust, „ist krank. Ich kann damit fast noch schwerer umgehen, als mit dem Wissen, dass in mir diese blutrünstige Bestie ruht.“

Navarion lachte leise.

„So abwegig ist es nun auch wieder nicht, dass du den Geruch von Blut nicht abstoßend findest, wie Menschen es normalerweise tun. Du bist zur Hälfte ein Akrachoní und – du weißt es vielleicht noch nicht – unsere Lieblingsspeise ist noch warmes, bluttriefendes Fleisch. Allerdings geben wir uns mit Tierfleisch zufrieden.“

Navarions Amüsiertheit in seiner Stimme war unüberhörbar.

Maél schnaubte ungehalten.

„Ich sehe ganz und gar nichts Lustiges daran, das Blut der Frau trinken zu wollen, die ich hoffnungslos liebe.“

Der Akrachoní versuchte, zum Ernst der Lage zurückzukehren, indem er sich wie schon so oft an einer Theorie versuchte.

„Je öfter du ihr Blut trinkst, desto sensibler reagieren anscheinend dein Geruchs- und Geschmackssinn darauf. Dies hängt vermutlich mit dieser Bestie in dir zusammen. Damals im Eisernen Berg hat es sich gezeigt, dass es die Wandelbaren sowohl in ihrer unverwandelten als auch in ihrer verwandelten Gestalt immer zu der Person magisch gezogen hat, deren Blut sie getrunken haben. Verwandelt in das blutrünstige Wesen, ist dieses unstillbare Verlangen jedoch so übermächtig, dass diese Vorliebe höchstwahrscheinlich völlig bedeutungslos wird. Die Gier und das Morden enden vermutlich erst, wenn der Wandelbare genau von dem Blut getrunken hat, das diese Kreatur aus seinem Gefängnis befreit hat. Aber um auf dein aktuelles Problem zurückzukommen: Dieses Verlangen währt nur ein paar Tage. Akzeptiere es in dieser Zeit als eine neue Herausforderung an deine Selbstbeherrschung!“

Maél lachte bitter auf.

„Das sagt sich so leicht. Wie lange dauern denn ein paar Tage in Teneviola? Und wozu soll ich diese Herausforderung meistern? Damit sie, nachdem sie die Welt gerettet hat, zu Finlay zurückkehren kann?“

„Kämpf um ihre Liebe!“, sagte Navarion unerwartet mit leiser Stimme.

„Euch verbindet etwas Besonderes, und damit meine ich nicht nur euer gemeinsames Kind. So wie Darrach mit seinem verheerenden Bann offensichtlich nicht alles, was du für sie empfunden hast, zerstören konnte, so hat sich in einem kleinen versteckten Winkel in Elea ihre Liebe zu dir zurückgezogen, um der Verachtung Platz zu machen, damit sie an deinen Misshandlungen nicht zerbrach. Ihr habt mehr gemeinsam als man annehmen dürfte. Als Wandelbarer verfügst du über übermenschliche Sinne und Instinkte. Eleas Farinja-Gabe macht aus ihr eine hervorragende Empathin, wobei ich denke, dass ihr diese Gabe nur dann von Nutzen ist, wenn ihre Gefühlswelt im Gleichgewicht ist und dies ist sie im Moment ganz und gar nicht. Ähnlich bestellt ist es um ihre Farinja-Magie, die sie aus Liebe schöpft. Dass Maella und Finlay genügen, um eine genauso machtvolle Magie in ihr entstehen zu lassen, wie dir es mit dem Kuss gelungen ist, als ihr vor dem mit der Lawine verschütteten Höhleneingang standet, bezweifle ich. Jeder, der ihr etwas bedeutet, befindet sich auf der anderen Seite des Portals. Sie fürchtet um deren Leben. Ihr Drache, mit dem sie eine geistige und körperliche Verbindung eingegangen ist, wäre sicherlich in der Lage, ihr Kraft zu geben. Doch auch von ihm ist sie getrennt.“

„Sie hat dich, Navarion. Mit deinen Theorien und Ratschlägen gibst du ihr den nötigen Halt. Sie mag dich.“

Maél machte keinen Hehl aus seiner Eifersucht, die deutlich in seinen Worten mitklang.

„Du sagtest, sie hat dich mit ihrem Körper vor dem Licht geschützt. Sie hätte dich auch leiden lassen können. Also ich denke, du bist ihr zumindest nicht gleichgültig.“

„Ich habe sie getestet.“

Navarion hob fragend die Augenbraue.

„Du wolltest doch wissen, warum ich eben trotz der lebensgefährlichen Situation so guter Dinge war. Ihr Herz raste, als ich dort draußen am Felsen hing. Du hast möglicherweise recht. Ihr liegt vielleicht doch noch etwas an mir.“

Der Anführer nickte ihm zustimmend mit einem Lächeln zu. Dann trat eine Stille ein, die keiner von ihnen zu durchbrechen gedachte. In seine eigenen Gedanken versunken widmete sich jeder seiner verletzten Haut und rieb diese weiter mit der Heilpaste ein.

Jäh hielten beide gleichzeitig in ihren Bewegungen inne und warfen sich einen alarmierten Blick zu. Maél fand als Erster seine Stimme wieder.

„Draußen sind noch Schläge eines zweiten Herzes.“

Er sprang blitzartig auf die Beine und hatte sich schon dem Ausgang zugewandt, als Navarion ihn am Arm festhielt.

„Was hast du vor? Es blitzt immer noch. Du kannst jetzt nicht da raus gehen. Es kann nur ein Mensch oder ein Zwerg sein.

„In deiner Aufzählung fehlen die Unwandelbaren und dieses ‚und’, das du mir nicht verraten wolltest. Ich werde ganz bestimmt nicht hier sitzen und darauf hoffen, dass es nur einer eurer Zwergenfreunde ist, der mit ihr einen gemütlichen Plausch hält.“

Textschnipsel Nr. 5 (Teil II; schließt im Buch direkt an den vorhergehenden an)

Elea saß auf dem Boden und hatte den Rucksack mit den Seelensteinen vor sich zwischen den Beinen liegen. Sie wusste nicht, über wen sie wütender sein sollte, über sich oder über Maél. Vor allem haderte sie mit sich, weil Ihr Herz ihrer Vernunft erneut ein Schnippchen geschlagen hatte. Und das Schlimmste daran war, dass Maél dies nicht verborgen geblieben war. Da war sie sich sicher. Sie hatte tatsächlich Angst um ihn empfunden, und dies gleich zweimal so kurz hintereinander. Sie hatte seine nackte Haut mit ihrem Körper geschützt, indem sie ihre Arme freiwillig um ihn geschlungen hatte und sich gegen ihren gedrückt. Kein Unbehagen ging von dieser Berührung aus. Die Mauer von Verachtung und Gleichgültigkeit, die sie um sich errichtet hatte, bröckelte immer mehr. Wohin sollte dies nur führen?

Finlay. Hatte sie sich damals nur etwas vorgemacht und die Gefühle, die sie für ihn zu empfinden begann, fälschlicherweise als Liebe gedeutet? Nein. Sie liebte ihn. Aber dies tat sie schon, bevor Darrach Maéls Wesen so grauenhaft verändert hatte. Das hatte sogar Maél schon damals auf dem Weg zu Arabín in den Akrachón bemerkt und ihr auch mit deutlichen Worten zu verstehen gegeben. Nichtsdestotrotz brauchte sie sich nicht länger etwas vorzumachen: Die Liebe, die sie für Maél empfunden hatte, ging tiefer, viel tiefer und sie hatte sich anders angefühlt als die zu Finlay, der sie aufs Innigste liebte. Daran hegte sie nicht den geringsten Zweifel. Ihre Liebe zu Maél umfasste alles: das Herz, den Körper und die Seele. Sie wusste es, weil sie es mit jeder Faser gefühlt hatte. Bis auf den Grund seiner Seele hatte sie blicken können, und was sie dort sah, war zum einen düstere Verzweiflung und zum anderen grenzenlose Sehnsucht nach Glück und Liebe. Und sie erkannte sich – damals – als das einzige Wesen, sozusagen die Auserwählte, die diesem so außergewöhnlichen Mann all dies geben konnte und auch geben wollte, weil sie sich mit seiner alles verzehrenden Liebe zu ihr das erste Mal vollkommen gefühlt hatte.

Sie empfand bei Albin und Breanna nie Traurigkeit und ihr Leben verlief – von ihren quälenden Gedanken um ihre Andersartigkeit einmal abgesehen – immer unbeschwert und glücklich. Dennoch war da unterschwellig immer ein Gefühl von Unvollständigkeit, als ob ein Teil ihres Selbst fehlen würde. Dann trat Maél in ihr Leben, und fügte sich genau in diese Lücke, wenn es auch zu Beginn ihrer Bekanntschaft ganz und gar nicht danach ausgesehen hatte. Wie unkompliziert war doch die Liebe zwischen Mutter und Kind und zwischen Drachenreiter und Drache!

Verzweifelt und frustriert verbarg sie ihre Augen, die die ganze Zeit wie hypnotisiert auf dem Rucksack verweilten, unter ihren Händen. Der Gedanke an Maella, das Bild ihres kleinen Gesichtchens und ihre weit aufgerissenen, grünen Augen, mit denen sie sie immer in ihren Bann gezogen hatte, lösten immer noch dieses Ziehen in ihren Brustwarzen aus. Wie sehr wünschte sie sich jetzt genau in diesem Augenblick, Maella in ihrem Arm an ihrer Brust saugend und sie selbst an ihrem Lieblingsplatz, beschützt in ihrem Nest zwischen Arabíns Bauch und Hinterbein eingeklemmt. Ohne Bestimmung, ohne Männer, der eine der leibliche Vater Maellas, der andere, der sie als Erster in den Armen halten durfte. Mit sich zuschnürender Kehle schob sie diesen neuen belastenden Gedanken rasch beiseite.

Doch ihr Geist wollte ihr keine Ruhe lassen. Die Ungewissheit bezüglich Darrach und dem Ecrox und die ungeheure Gefahr, die von einem dieser Wesen allein, und erst recht als Verbündete ausging, ließ ihr keine Ruhe. Diese Vorstellung entzündete in ihrer Brust eine Hitze der Panik. Wenn sie doch nur Kontakt zu Arabín hätte! Sie musste schlafen unbedingt, nur so war es ihm möglich, sie auf dem Laufenden zu halten. Hoffentlich brachte er Maella zusammen mit den anderen in Sicherheit, am besten an einen Ort, der für Darrach und diese fürchterliche Kreatur unerreichbar war. Aber gab es überhaupt einen solchen?

Elea nahm einen tiefen Atemzug, der sie erzittern ließ. Gleichzeitig zog sie ihre Hände von ihrem Gesicht zurück. Ihr wurde bewusst, dass ihr die Umgebung hier oben und die Aussicht noch keinen Blick wert gewesen waren. Der Himmel hellte immer noch direkt vor ihr auf. Sie drehte etwas den Kopf zur Seite und schaute nach oben. Die gewaltige violette Scheibe strahlte ihr kaltes dämmriges Licht ohne Wolkenvorhang auf sie hinab. Sie richtete ihre Augen geradeaus, auf einen Punkt, der sich hinter dem kleinen Felsplateau befand. Bei jedem Aufhellen des Himmels zeichneten sich in einiger Entfernung schattenhafte Umrisse eines Berges ab, der weit und breit die höchste Erhebung zu sein schien. Er hatte die Form eines Kegels, dessen Spitze fehlte. Elea ahnte um welchen Berg es sich handelte. Er war so gewaltig, dass er bereits bei dieser Distanz die Sicherheit einer Festung vermittelte. Es drängte sich ihr die Frage auf, warum Navarion diesen sicheren Ort aufgegeben hatte.

Ein Windzug wirbelte um sie herum und erinnerte sie daran, dass der Sturm, mit dem alles begonnen hatte, schon seit einiger Zeit abgeklungen war. Ihren Blick immer noch auf den Berg gerichtet, fiel ihr plötzlich ein dünner Schleier aus Nebel auf, der die Konturen des Berges unscharf erscheinen ließen. Das Merkwürdige war nur, dass dieser sich nicht wie vom Wind getragen in horizontaler Richtung bewegte, sondern wie Rauch nach oben stieg. Ihr Blick glitt prüfend nach links und rechts. Linkerhand krochen ebenfalls kleine Nebelschleier empor. Rechterhand konnte sie nichts dergleichen beobachten. Ja länger sie dieses Phänomen beobachtete, desto mehr kam sie zu dem Schluss, dass es sich nicht um gewöhnlichen Nebel, sondern um Dampf handelte. Und dieser entstieg einer Quelle, die sich am Fuße des Felsen befinden musste. Eleas Neugier war geweckt. Sie erhob sich und wollte das Hindernis, das der Rucksack darstellte übersteigen, als sie ein Gedanke durchfuhr. Sie ging wieder in die Hocke, öffnete die Schnüre des Rucksacks und entnahm ihm einen Seelenstein. Es war besser, auf eine Begegnung mit einem Ecrox vorbereitet zu sein. Maéls Sorge war nicht unbegründet. Anschließend ging sie beherzten Schrittes auf die Felskante zu, die weiter von der Höhle entfernt war, als sie zunächst angenommen hatte. Je mehr sie sich dem Abgrund näherte, desto mehr reckte sie ihren Hals, um zu sehen, woher der Dampf entstammte. Doch erst, bevor sie die letzten drei Schritte machte, konnte sie den Ursprung des Dampfnebels ausmachen. Es war ein See, nicht größer als ihr Waldsee. Nur knapp einen Schritt blieb sie von der Kante entfernt stehen. Vorsichtig beugte sie sich nach vorne. So konnte sie sehen, dass die an dieser Stelle steil abfallende Wand des Felsen direkt in den See ragte. Unmittelbar über dem Wasser war der Dampf zum Teil so dick, dass man gar nicht die glänzende Oberfläche erkennen konnte. Je höher der Dampf stieg desto transparenter wurde er. Das Wasser des Sees musste sehr viel wärmer als die Luft über ihm sein. Wahrscheinlich wurde er von einer warmen Quelle gespeist genauso wie das Wasserbecken in dem Höhlensystem der Akrachoní. Allerdings war das Wasser hier in Anbetracht des dicken Dampfes, der ihm entwich, offenkundig noch wärmer. Fasziniert sah sie dem Schauspiel zu, wie sich der Wind in dem Nebel verfing und ihn auflockerte oder gänzlich weg wehte, sodass sich für einen kurzen Moment die violette Scheibe darin spiegelte.

Der Blitzsturm war noch immer nicht verebbt. Immer wieder schnitten grelle Linien durch das dunkel-violette Firmament und erleichterten Elea die Betrachtung der Umgebung um den See und der Landschaft, die sich dahinter erstreckte. Am Ufer wuchsen für teneviolische Verhältnisse, erstaunlich viele Pflanzen, wobei das blattlose Gestrüpp diese Bezeichnung im Grunde nicht verdiente. Ihr Blick glitt weiter in die Ferne. Die Beschaffenheit des Geländes, durch das sie bis zu ihrem Ziel durchwandern würden, unterschied sich nicht von dem, das hinter ihnen lag. Auf halber Strecke schimmerte ein glänzender Streifen unter den Blitzen immer wieder auf. Elea vermutete einen Wasserlauf, den sie offensichtlich durchschwimmen mussten. Auf eine Brücke in dieser gebäudearmen Welt, brauchte sie nicht zu hoffen. Sie fokussierte ihren Blick gerade wieder auf den Eisernen Berg als sie von rechts hinter sich ein scharrendes Geräusch wahrnahm, nur ganz kurz und leise, aber laut genug, um ihre Aufmerksamkeit zu erregen. Sie sah über ihre Schulter, konnte aber nur einen dunklen Schatten wahrnehmen. Also drehte sie sich so, dass sie dem Abgrund fast vollständig den Rücken zukehrte. Der Atem stockte ihr und sie erstarrte augenblicklich vor Schreck. Eine riesige Gestalt kam aus Richtung des Felsvorsprungs, den sie kurz zuvor mit Ächzen und Geräuschen von herabfallenden Steinchen bewältigt hatte, rasch, aber geräuschlos auf sie zugeschritten. Ein Sturm von Fragen und Gefühlen brach über sie herein, der in ihr ein paralysierendes Chaos hinterließ. Im ersten Moment war sie sich nicht sicher, ob es sich um einen Bären handelte, so plump wirkte es. Seine eleganten Bewegungen belehrten sie jedoch eines Besseren. Es war ein Mann, der seinen Schritt beschleunigte. Reflexartig machte sie einen Schritt zurück und spürte wie ihre Ferse bereits über die Kante hinausragte. Zum Nächstliegenden, nämlich einen Schrei auszustoßen, war sie nicht imstande, da alles so schnell ging. Der Fremde rannte urplötzlich los. Nun konnte sie erkennen, dass seine massige Gestalt von dicken Fellen herrührte, die seinen ganzen Körper samt Kopf und Gesicht bedeckten. Sie fühlte sich wie an den Boden genagelt. Die Gewissheit, dass ein Entkommen nicht im Bereich des Möglichen lag, erfüllte sie mit einem Mal mit einer unerklärlichen Ruhe. Sie ergab sich fast vertrauensvoll in eine neuerliche Wendung ihres Schicksals. Der Seelenstein fiel aus ihrer Hand, ihre Lider glitten über ihre Augen und nur einen Atemzug später spürte sie wie sie, umgeben von einem weichen pelzigen Körper mit einem gewaltigen Sprung von der Felskante ins Leere mitgerissen wurde. Ein gellendes Nein, das weder aus ihrem Munde noch aus dem des Fremden hervorbrach, begleitete ihren unaufhaltsamen Sturz in die Tiefe. Kurz bevor sie in die Wasseroberfläche eintauchte, flackerte ein Gedankenbild vor ihrem geistigen Auge auf, das aus dem ersten ihrer seltsamen Träume stammte und das sie längst vergessen hatte: sie vor einem Abgrund stehend, in den sich Maél zusammen mit ihr – genau wie in diesem Moment das unbekannte Geschöpf – gestürzt hatte.

 

Textschnipsel Nr. 6

Dies ist  ein Ausschnitt aus dem besagten langen Dialog zwischen Elea und Maél. Viel Spaß beim Lesen ! :D n

„Sind eigentlich alle Zauberer so durch und durch böse?“, knurrte er. Elea hörte Maéls letzte Worte schon nicht mehr. In ihrem Kopf schwirrten so viele offene Fragen herum, dass es ihr fast schwindelig davon wurde. Sie hoffte, dass sie Antworten darauf in dem Eisernen Berg finden würden, ganz zu schweigen von jenen, die sie noch dringender benötigte und die der Grund waren, warum sie überhaupt in die dunkle Welt gekommen war. Unerwartet riss Maéls Stimme sie aus ihrer Gedankenversunkenheit.

„Wie sieht sie aus?“

Obwohl er die Frage völlig ohne Zusammenhang verlauten ließ, wusste sie sofort, auf wen er anspielte? Augenblicklich versteifte sich jeder einzelne ihrer Muskeln, ihre Zunge eingeschlossen. Da sie auf der Seite lag, versteckte sie ihren Kopf unter ihrem Arm.

„Los, komm schon! Dein erstarrter Körper hat dich verraten. Du weißt genau, wen ich meine.“

Nach ein paar hektischen Atemzügen hörte sie ihre Stimme, wie sie fast flüsterte:

„Ich sagte doch, dass ich noch nicht bereit bin, über uns zu reden.“

„Wir reden ja nicht über uns, sondern über unser gemeinsames Kind. Ich weiß rein gar nichts über sie. Habe ich nicht das Recht, etwas über sie zu erfahren?“

Elea wand sich innerlich um eine Antwort. Aber sie spürte, dass er nicht eher Ruhe geben würde, bis sie ihm etwas von Maella erzählt hätte. Und das das, was er über sie erfahren würde, ihn nicht gerade in Jubel ausbrechen lassen würde, war so sicher wie Arabíns beleidigter Ausdruck, wenn sie ihn mit einem Menschen verglich.

„Na schön. Also sie ist dir wie aus dem Gesicht geschnitten“, begann sie zaghaft.

Nun waren es seine Muskeln, die sich überdeutlich anspannten. Seinen Atem schien er ebenfalls anzuhalten, da sein Brustkorb sich mit ihrem lächerlichen Gewicht darauf nicht mehr hob.

„Sie hat dein Haar und … deine Ohren.“

Erneut donnerte seine Hand ungehalten auf den Ast, sodass die Baumkrone erzitterte.

„Hat sie auch etwas von dir?“, presste er zwischen seinen Lippen hervor.

„Ja, meine Augen“, antwortete sie schnell.

Er atmete tief durch.

„Immerhin etwas.“

„Da ist noch etwas, was sie von mir hat.“

Elea verspürte auf einmal Lust, ihn zu ärgern, indem sie ihn auf die Folter spannte. Also ließ sie ihn erst einmal zappeln. Langsam hob er seinen Kopf, um einen Blick auf ihr Gesicht zu erhaschen.

„Jetzt sag schon! Als Säugling kann sie ja wohl kaum schon mit den Tieren sprechen, oder hellseherische Fähigkeiten unter Beweis stellen. Oder ist sie etwa eine … Farinja?“

Elea hob nun ebenfalls ihren Kopf und nickte.

„Doch das ist sie. Schon als sie in meinem Bauch war, hat sie mir kleine, unkontrollierte Wellen der Farinja-Magie geschickt. Von diesem Zeitpunkt an wusste ich auch, dass es ein Mädchen ist.“

Maél stöhnte auf und ließ seinen Kopf wieder auf die Astgabel sinken.

„Sie ist also ein Mischwesen mit Eigenschaften und Fähigkeiten von uns beiden, also genau das, was Darrach sich erhofft hat. Er wird sie so lange suchen, bis er sie gefunden hat. Und wenn es ihm gelingt, den Ecrox zu kontrollieren, wovon ich ausgehe, dann wird dieser ihm dabei sehr nützlich sein.“

Elea stieß sich aufgebracht von seiner Brust ab.

„Nein! So schnell wird ihm dies ganz sicherlich nicht gelingen. Außerdem steht noch gar nicht fest, dass er Macht über den Ecrox hat. Vielleicht saugt dieser ihm ja seine Lebensenergie aus. Dann hätten wir immerhin ein Problem weniger zu bewältigen. Arabín und Finlay und Albin und Breanna werden schon auf sie aufpassen und sich mit ihr an einem Ort verstecken, wo er sie nicht so leicht finden kann. An diesen Gedanken klammere ich mich. Ich würde den Verstand verlieren, wenn ich den Glauben daran verlieren würde.“

„Uns bleibt auch nichts anderes übrig. Dennoch sollten wir uns beeilen und uns nicht unnötig lange hier in Teneviola aufhalten, auch wenn diese Welt, wenn man einmal von den Ecrox absieht, wie für mich und die Akrachoní geschaffen zu sein scheint.“

Maél legte seinen Arm wieder um sie und drückte sie sanft, aber bestimmt wieder zurück auf seine Brust. Seine Hand lag auf ihrem nackten Oberarm und versengte fast ihre Haut, so heiß nahm sie sie auf einmal wahr. Seine Krallen waren ihrem Gesicht so nahe, dass sie genau sehen konnte, dass sie mindestens ein Drittel der Länge seiner Finger ausmachten. Ihr Atem stockte, als er plötzlich mit langsamen Bewegungen über ihre Haut strich. Ihrem Verstand zum Trotz, der bereits mit erhobenem Finger dunkle Erinnerungen aus immer entlegeneren Winkeln hervorkramen wollte, schloss sie die Augen und öffnete sich mit all ihren Sinnen dieser liebevollen und zärtlichen Geste. Ihr Herzschlag beschleunigte sich, als ihr bewusst wurde, dass sie sich bei ihm wieder geborgen fühlte, obwohl er ihr dieses ganze Leid zugefügt hatte und obwohl er in diese blutrünstige Kreatur verwandelt war. Sie musste komplett verrückt sein, aber es war nicht zu leugnen. Sie war im Begriff, sich erneut in ihn zu verlieben.

„Wie war eigentlich Maellas Geburt?“

Die Frage hatte die Wirkung eines Eimers mit Eiswasser, den man über eine schlafende Person goss. Elea rutschte verlegen hin und her, um wenigstens irgendetwas zu machen, als nur zu schweigen. Dass er sie erneut in Bedrängnis gebracht hatte, war Maél natürlich nicht entgangen. Er hob schon wieder seinen Kopf und suchte erwartungsvoll ihren Blick.

„Wie eine Geburt halt so ist“, brachte sie schließlich in schnippischem Ton über die Lippen.

„Die Einzelheiten wollte ich auch nicht wissen. Dank dir war ich ja bereits einer Geburt zugegen und kenne die ja nun ziemlich genau. Mich interessieren die Umstände. Hattest du Breanna an deiner Seite?“

Elea blies lauter als beabsichtigt die Luft durch die Nase.

„Ich bin müde. Können wir nicht schlafen? Vielleicht kommen bald Navarion und die anderen.“

Diesmal hob er nicht nur seinen Kopf, sondern gleich seinen ganzen Oberkörper zusammen mit Elea, sodass sie wie ein Kind auf seinem Schoß saß. Es gab keine Möglichkeit, sich seinem durchdringenden Blick zu entziehen.

„Das werden wir, sobald du mir erzählt hast, was ich wissen will.“

Sein Befehlston und das Knurren in seiner Stimme waren einschüchternder als sein raubtierhaftes Aussehen. Die zahlreichen Wunden hatten sich zum Großteil schon geschlossen. Dennoch war seine Haut und sein Gesicht immer noch von getrocknetem Blut bedeckt.

„Also, ich höre! Aus deinem Ausweichen schließe ich, dass Breanna nicht bei der Geburt dabei war. Sag jetzt bloß nicht, dass du sie allein auf die Welt gebracht hast! Wann ist sie überhaupt geboren? Warst du in Not wegen mir?“

Elea sah ihm mit bemüht ausdrucksloser Miene in die Augen und ärgerte sich über sich selbst, weil er ihr tatsächlich leidtat, wenn er erfahren würde, wie sich alles zugetragen hatte. Wie konnten sich ihre Verachtung und Gleichgültigkeit für ihn so plötzlich in Nichts auflösen?

Sich seines Körpers, der eine unglaubliche Hitze aussandte, nur allzu bewusst, überwand sie sich schließlich.

„Also allein war ich nicht, aber in Not schon.“

Sie hielt kurz inne und beobachtete ihn.

„Wer hat dir geholfen, wenn nicht Breanna? Eine fremde Frau so wie du damals Kyra beigestanden hast?“

Elea atmete tief durch, bevor sie antwortete.

„Nein, keine Frau. Es war Finlay.“

Dass seine Muskeln im Nu zu Stein werden würden, wusste sie schon im Voraus. Ein Blick auf seine Hände bestätigten noch eine andere Vermutung. Er hatte sie zu Fäusten geballt, sodass Blut zwischen seinen Fingern herauslief. Seine Krallen hatten sich in sein Fleisch gebohrt. Bevor sie ihm in die Augen sah, legte sie erst vorsichtig ihre Hände auf seine Fäuste und versuchte dann, ihre kleinen Finger zwischen seine zu schieben, jedoch ohne Erfolg. Mit dem wahrscheinlich finstersten Blick, den sie jemals gesehen hatte, starrte er an ihr vorbei auf einen Punkt in dem Geäst. Sein Brustkorb hob und senkte sich schnell. Er stand kurz davor, die Kontrolle über sich zu verlieren. Mit sanfter Stimme begann sie zu sprechen.

„Maél!“

Bereits dieses Wort entlockte ihm eine Reaktion. Er sah sie an, und seine Züge verloren etwas von ihrer finsteren Härte.

„Ich wusste, dass dir diese Nachricht nicht gefallen würde. Aber du hast ja darauf bestanden. Jetzt ist es gesagt und du wirst dich an diesen Gedanken schon gewöhnen. Glaube mir, es war überhaupt nicht so geplant. Ich war wirklich in Not. Wir beide waren es. Und ohne ihn wären ich und Maella nicht mehr am Leben. Als ich in den Wehen lag, da hat er dich mindestens ein Dutzend Mal verflucht, weil eigentlich du an seiner Stelle mir hättest beistehen müssen.“

Elea lauschte dem Nachklang ihrer eigenen Worte und wunderte sich über sich selbst, diesmal sogar laut.

„Habe ich das gerade gesagt? Habe ich dich gerade getröstet?“

Sie sah auf ihre Hände, die immer noch auf Maéls Fäusten lagen, die sich inzwischen etwas gelockert hatten.

„Halte ich da gerade deine Hände in meinen?“

Maéls eben noch umwölkte Stirn glättete sich. Obwohl seine gegenwärtige Gemütslage dagegen sprach, kämpften seine Mundwinkel sichtbar gegen ein Lächeln an. Elea wendete zugleich fassungslos und resignierend ihren Blick von ihm ab und zog ihre Hände zurück, woraufhin Maél seine Fäuste öffnete und sich fasziniert die Innenfläche seiner Hände betrachtete, wo sich die blutigen Eintrittsstellen seiner Krallen schon wieder schlossen. Die peinliche Stille schwebte zwischen ihnen wie dicker Qualm. Jeder versuchte, die aufwühlenden Emotionen zu besänftigen und die verwirrenden Gedanken zu ordnen. Während Maél sich unter höchster körperlicher Anspannung wieder auf die beiden Äste niedersinken ließ, fasste Elea sich ein Herz und durchbrach das Schweigen.

„Am besten wäre es, wenn ich dir jetzt sofort alles erzähle, wie es sich zugetragen hat und was Finlay geleistet hat. Dann können wir dieses Thema ein für alle Mal abschließen. Und du musst dich nicht von neuem so … aufregen, falls du später mal darauf bestehen solltest, doch die ganze Geschichte zu hören.“

„Deine Fürsorglichkeit in allen Ehren, aber ich weiß nicht, ob ich im Moment in der Lage bin, noch mehr solche Offenbarungen zu verkraften, ohne dass ich diesen Baum fälle und zerstückle.“

„Vertrau mir! Ihr ward wie Brüder.“

„Ja, genau. Die Betonung liegt auf waren. Ich empfinde ganz sicherlich keine brüderlichen Gefühle mehr für ihn, erst recht nicht, nachdem du mit ihm das Lager geteilt hast.“

„Ohne ihn würde ich jetzt nicht hier sitzen. Vergiss das nicht! Du solltest ihm dankbar dafür sein, dass er zum richtigen Zeitpunkt zur Stelle war.“

 

Textschnipsel Nr. 7

„Bist du jetzt endlich fertig mit deinem Gejammer, Berdin?“

Der Angesprochene löste seine rechte Gesichtshälfte von dem Guckloch und funkelte seinen Freund wütend an. Dessen Anblick führte ihm erst recht die ausweglose Lage der Zwerge in ihrem ganzen Ausmaß vor Augen.

„Du bist ohne Zweifel der Schwächste von uns allen. Das Leben hier in diesem Berg hat offensichtlich an deinem Verstand genagt. Eine Schande bist du für unser Volk. Welcher Dämon hat dich nur geritten?! Hätte es nicht gereicht, dir deinen Bart etwas zu kürzen? Nein! Du musstest dir dein Gesicht gleich kahl rasieren. Jetzt siehst du aus, wie einer von den Menschen. Und dann auch noch dein gekürztes Kopfhaar. Darüber könnte ich ja noch hinwegsehen, aber nicht über dein nacktes Kinn. Hättest du lange, spitze Ohren, dann könnte man dich auch glatt für einen Akrachoní halten.“

Snorrum, der lässig mit dem Rücken an der Wand lehnte, brach in schallendes Gelächter aus, was Berdins Missmut nur noch steigerte. In seinen bernsteinfarbenen Augen braute sich ein dunkles Gewitter zusammen.

„Du vergisst den kleinen Unterschied, dass die Akrachoní doppelt so groß sind wie ich“, spottete der jüngere der beiden Zwerge. Im Gegensatz zu Berdin, der ein langärmliges Hemd aus Leder und darüber eine ärmellose Weste aus dem schwarzen Fell der Beloks trug, legte Snorrum wert darauf, dass seine muskelbepackten Arme nackt zur Geltung kamen. Er trug ebenso wie die Akrachoní nur ein ärmelloses Wams, das nur von einem Gürtel in der Taille an seinem Körper gehalten wurde. An dem Gürtel waren ein langes und ein kurzes Messer sowie eine kleine Axt befestigt.

„Madaya gefällt es so viel besser und den anderen Frauen im Übrigen auch.“

Berdin schlug aufgebracht mit der flachen Hand, die im Vergleich zu seiner kleinwüchsigen Gestalt überdimensional groß war und mit der er sich schon die ganze Zeit an der Wand abstützte, auf das glatte Felsengestein. Mit der anderen hielt er krampfhaft seinen langen struppigen Bart fest, als ob er ihm mit dieser Geste das traurige Schicksal ersparen könnte, das Snorrums Bart ereilt hatte.

„Wusste ich es doch, dass du dich von diesen Weibern hast umdrehen lassen. Und von Madaya ganz besonders.“

„Meine Güte, Berdin! Wann verabschiedest du dich endlich von der zwergischen Engstirnigkeit. Es gibt hier weit und breit keine drallen Zwerginnen und es werden wohl in den nächsten Hundert Jahren auch keine mal eben zufällig unsere Gastfreundschaft in unserem Berg in Anspruch nehmen. Darauf kannst du warten, bis du schwarz wirst. Die Menschenfrauen haben auch ihre Vorzüge. Unseren körperlichen Vorlieben mögen sie vielleicht nicht Genüge tun, aber dafür sind sie sanftmütiger, zugänglicher und viel harmoniebedürftiger.“

 

Textschnipsel Nr. 8 (der letzte seiner Art!)

„Ich lebe noch“, stellte sie nüchtern fest. „Du hast schon wieder deinem Blutdurst widerstanden. Ich wusste es.“

Sie setzte sich etwas auf und ließ ihre Hand weiter hinauf zu seinem Schlüsselbein wandern. Kurz verharrte sie bei den beiden Schlangenringen, berührte sie zaghaft, bevor sie an seinem Hals entlang bis zu seinem Ohr strich und dieses kurz mit ihren Fingern zart massierte. „Du bist wieder zurückverwandelt”, stellte sie fast ehrfurchtsvoll fest.

„Ja. Und du bist nicht erschrocken, als du den Maél gesehen hast und nicht die Bestie.“ Seine Stimme klang immer noch ungewöhnlich heiser und dunkel, die Elea unerwartet einen Schauer durch den Körper schickte, den sie aber ganz und gar nicht als unangenehm empfand.

„Nein. Offensichtlich nicht.“ Sie ließ ihre Hand sinken und hielt seinen Augen stand, die sich in ihre brannten. Kurz kam ihr der Gedanke, von seinem Schoß herunterzurutschen. Doch sie konnte sich nicht dazu überwinden.  Dafür gab er ihr viel zu viel Geborgenheit, ein Gefühl, nach dem sie sich so sehr sehnte, weil sie es lange Zeit in seiner Gegenwart hatte missen müssen.

„Deine Magie hat mir tatsächlich geholfen. Sie konnte die wilde Bestie in mir etwas besänftigen. Sie war fast so groß wie damals im Stall. Mit welchen … schönen Erinnerungen hast du sie geschöpft?“

Elea hielt vor Schreck den Atem an. Ihr Haar leuchtete so hell, dass sie glaubte, das Blau seiner Iride ausmachen zu können.

„Ähm. Ich dachte an Maella. Also zuerst daran, wie alles begonnen hat mit ihr, in meinem Bauch. Ihre ersten zarten Wellen von Farinja-Magie, die sie ausgesandt hat. Schon wie sie in mir war, konnte ich ihre Liebe zu mir fühlen.“

„Die muss ja wirklich groß sein! Vielleicht ist dies so zwischen Mutter und Tochter, vor allem wenn es sich dann auch noch um Farinjas handelt. Oder hast du noch an andere glückliche Erlebnisse gedacht?“

Unruhig begann sie, hin und her zu rutschen, bis Maél sie aus seinem Arm freiließ, sodass sie etwas von ihm abrücken konnte. Unsicher wich sie seinem Blick aus, der sich nach einer Antwort verlangend in ihren bohrte, und schwieg, weil sie nicht wusste, was sie erwidern sollte. Ihr Stolz und ihre Vernunft verboten ihr, ihm zu verraten, dass es die jüngsten Erinnerungen, in denen er die Hauptrolle gespielt hatte, waren, die den größten Teil an Magie beigesteuert hatten. Plötzlich schubste er sie unsanft von sich und stand blitzschnell auf den Beinen.

„Ich verstehe schon. Du hast an ihn gedacht.“ Hatte seine Stimme sie zuvor noch wie Samt umhüllt, trafen sie seine Worte nun wie Eis. Mit nur wenigen Schritten überwand er die Entfernung zum Gitter und begann, daran wie ein Wilder zu rütteln. „Soll ich hier in eurem Kerker verhungern, Zwerge? Ich bin wieder zurückverwandelt. Ihr könnt kommen, ohne Angst haben zu müssen, dass ihr die Bekanntschaft mit meinen Zähnen macht. Mich verlangt es nur nach gegartem Essen.“

Maéls sarkastische Worte, die er in den Stollen hinaus schrie, ließen Elea zusammenzucken. Ein schlechtes Gewissen überkam sie, weil sie ihn in dem Irrglauben gelassen hatte, dass sie an Finlay gedacht hatte. Bereit, dieses Missverständnis richtig zu stellen, war sie jedoch nicht. Ihr bekümmerter, umherschweifender Blick entdeckte den Wasserschlauch neben ihr. Hastig ergriff sie ihn, zog den Korken heraus und setzte ihn an ihre Lippen, um die peinliche Situation zu überstehen, und sei es nur mit einer so unbedeutenden Handlung wie trinken. Bereits bei dem ersten Schluck wurde ihr allerdings bewusst, wie ausgedörrt ihre Kehle eigentlich  war. Während das wohltuende Nass nach und nach ihren Durst löschte, ruhten ihre Augen auf Maéls nacktem Rücken, der immer noch vor dem verschlossenen Tor stand und die Stäbe fest umklammert hielt. Wie gebannt, starrte sie auf dessen Muskulatur, die in unverwandelter Form nicht minder beeindruckend war. Dieselbe Faszination ging von den deutlich angespannten Muskeln seiner Arme aus. Die Vorstellung, dass sie gerade wer weiß wie lange von diesen starken Armen gehalten worden war und an seine feste Brust geschmiegt geschlafen hatte, sorgte für ein lange nicht dagewesenes Prickeln in ihrem Unterleib. Ihre Schlucke wurden unwillkürlich größer und unkontrollierter, sodass etwas Wasser in ihre Luftröhre geriet. Ein heftiger Hustenanfall überkam sie, der dröhnend die Steinkammer erfüllte. Maél drehte seinen Kopf zu ihr und blickte sie finster und vorwurfsvoll an.

„Trink nicht so gierig! Selbst ich konnte meine Gier zügeln, als ich von deinem Blut trank.“

Elea schwieg. Reden konnte sie ohnehin noch nicht, da ihre Hustenattacke immer noch anhielt. Sein Blick hörte nicht auf, sich in ihren zu bohren, als ob er darin ihre Gedanken lesen konnte. Verlegen schloss sie die Augen und war erleichtert, dass ihr rot angelaufenes Gesicht durch das erschwerte Luftholen ihre Schamröte verbarg.

Wenn er wüsste, warum ich mich verschluckt habe! Es fängt wieder an. Ich fühle mich erneut zu ihm hingezogen. Und seine Wirkung auf mich wird immer stärker. Arabín, ich brauche dich und deine weisen Ratschläge. Was soll ich nur tun?  Finlay…

Schließlich konnte Maél nicht mehr mitansehen, wie sie sich mit dem Husten quälte. Ungehalten kam er zu ihr gestampft und klopfte ihr nicht gerade sanft auf den Rücken.

„Wenn diese haarigen Winzlinge jetzt nicht sofort dieses verfluchte Tor öffnen, dann trinke ich nochmal von deinem Blut und beweise ihnen, dass ihr Verlies nicht ausbruchsicher ist.“

(Wie immer handelt es sich noch nicht um die endgültige und ausgefeilte Fassung.)

 

43 Gedanken zu „Band 3“

    1. Ja, Nadine! Nach bestimmt mehr als zwei Jahren, darf ich endlich wieder zu einem liebenswerten und einfühlsamen Maél zurückkehren. Die Durststrecke hat endlich ein Ende! :)

  1. Hallo Christina,das macht Lust auf mehr, viel mehr. Wir können es gar nicht erwarten, bis Elea 3 fertig ist. Gespannt warten wir alle (12J.,14J., 16J., 21J.) auf Deine Telegramme. Teilweise werden Elea 1 und 2 wiederholt gelesen. Wir wünschen Dir viele weitere gute Ideen und viel Ruhe zum Schreiben. Weiter so!!!
    Liebe Grüße aus dem naß-kalten Sauerland von Bernardette

    1. Hallo Bernardette,
      gerade habe ich einer Leserin geschrieben, die sich wöchentliche Textschnipsel wünscht, dass ich dies beibehalten werde, allerdings nicht im wöchentlichen Rhythmus, auf jeden Fall aber häufiger als bei Band 2.

      Das Alter deiner Kinder ist ja auch witzig. Da hattest du aber eine lange Babypause! :) Und bei mindestens zwei ist nun Pubertätsstress angesagt.

      Ganz liebe Grüße aus dem ebenfalls nass-kalten Odenwald
      Christina

  2. Da ich schonmal hier bin ;-) Liebste Christina, ich Danke dir ( werde ein wenig rötlich um die Wangen, auch weiterhin werde ich Elea und Maél anpreisen) und gebe dir uneingeschränkt RECHT, dieser neu “Schnipsel” ist absolut meine Kragenweite.. Maél ( ich wiederhole mich) is Back und er nimmt den Kampf auf.. Wohoooo

  3. Liebe Christina,
    Danke für die Textschnipsel.
    Freue mich sehr das der gute Mael wieder zurück ist.
    Hab ihn im letzten Band doch sehr vermisst.

    1. Nun auch die zweite Sandra. :)

      Mir macht es auch Spaß, euch mit den Schnipseln Einblicke in den weiteren Verlauf der Geschichte zu ermöglichen. Allerdings muss ich immer höllisch aufpassen, dass ich nicht zu viel verrate. An manchen Stellen werden die Textausschnitte nicht mit dem Original übereinstimmen. Aufmerksamen Lesern wird dies auffallen. Die Überraschungsknaller sollen euch erst gegönnt sein, wenn ihr das Buch in den Händen haltet. ;) Sonst macht das Lesen nur halb so viel Spaß.

  4. Liebe Christina,
    Schön zu lesen das Mael wieder zurück ist. Ich finde es super das du uns so die Wartezeit verkürzt, da könnten sich andere Autoren mal ne Scheibe von abschneiden

  5. Klasse Idee mit den Textschnipseln, das macht einem echt das Warten einfacher :D
    Ich hoffe nur das der arme Finlay jetzt nicht leer ausgeht…

  6. Hallo Christina, vielen Dank für diese schöne Leseprobe, sie macht einen süchtig auf mehr, viel mehr. Jetzt heißt es wieder warten. Wir wünschen dir viel Zeit zum schreiben. Liebe Grüße aus dem Sauerland von Bernardette

  7. Hallo Christina, ich bin hin und weg von Elea und Mael. Weiter so, Tränchen kullern… Wahrscheinlich gehöre ich zu Deinen älteren Fans (54) aber ich liebe Deine Bücher und warte schon fieberhaft, wie es weiter geht.
    Herzliche Grüße aus dem schönen Oberschwaben von Ursula

    1. Hallo Ursula,
      ich freue mich jedes Mal, wenn ich eine neue Leserin auf meinem Blog begrüßen kann. Dies möchte ich hiermit tun.
      Du gehörst tatsächlich zu den älteren Fans. Letztes Jahr habe ich ja eine Umfrage bezüglich des Alters durchgeführt. Da war nur eine Leserin älter als 45 Jahre. Aber über FB habe ich sogar ein Leserin gefunden, die ist knapp 70. Die älteste bist du also nicht. ;)

      Dein Hinweis mit dem Alter hat mich auf die Idee gebracht, genau diese Umfrage nochmal durchzuführen. Es sind ja eine Menge neuer Blog-Leserinnen seitdem hinzugekommen.

      Es freut mich, dass ich es mit Elea und Maél schaffe, dich zu Tränen zu rühren. :)

      LG
      Christina

  8. Hallo Christina,

    Textschnippsel 5 endet aber echt fieß. Da will man sofort wissen wie es nun weiter geht. Ich hoffe auf noch mehr Textschnippsel.

    LG
    Anduin

    1. Hallo Anduin,

      schön, dass du mal wieder was von dir hören lässt. :)
      Du kennst ja meine Bücher. Die enden ja auch immer mit fiesen Cliffhangern, bisher zumindest. Bei Band 3 wird er nicht so fies sein. Die Textschnipsel enden auch zum Teil zum aus der Haut wachsen. Das stimmt. Aber irgendwie muss ich euch ja bei der Stange halten. ;) Textschnipsel wird natürlich nicht fortgesetzt. Aber es kommen noch andere. Versprochen ! :)

      LG

  9. Oh wie schön. Keine zwei Sätze gelesen und man ist wieder voll drin. Und schon wieder so tolle Namen. Wie kommst du nur immer an diese?
    Jetzt bin ich noch ungeduldiger………….
    Ich hoffe du liest hier nicht zu viel sondern tippst fleißig weiter
    :-)
    Nein war nur ein Scherz!
    Ich freu mich so………
    LG
    Dominique

    1. Toll, dass du den Weg zu meinem Blog gefunden hast, Dominique. Und abonniert hast du ihn auch gleich. Jetzt habe ich schon 25 Abonnenten. Ja. die Namen google ich zum Teil, zum Teil ändere ich welche ab, die ich finde und manchmal lass ich mir einfach welche komplett einfallen. :D

    1. *Lach*. Da wirst du nicht die Einzige sein. Ich muss dich und den Rest aber leider enttäuschen. Um das zu erfahren, werdet ihr noch bis Band 4 warten müssen. ;)

      1. Manchmal bist du sooooo gemein :-)
        Bis Band 4??????
        Hab ich schon mal erwähnt das Geduld NICHT meine Stärke ist?????

        hihi

        LG
        Dominique

    1. Hallo Julia,
      ich habe gerade bei meiner Umfrage gesehen, dass sich jemand einen Dialog mit Finlay wünscht. Ich gehe mal davon aus, dass du das bist. :) Ich muss dich leider enttäuschen. Da musst du bis Band 4 warten.

  10. OMG… ich freu mich so sehr auf Juni. Jetzt ist es ja nicht mehr so lange hin. Irgendwie tat mir Mael leid im letzten Textschnipsel. Der Arme. Wenn der wüsste, wie viele Fans er hat…:-)

  11. ohje ohje ohje, mein armes Leserherz wird immer ungeduldiger. :-D die Textschnipsel lassen mich jedesmal mit einer Sehnsucht zurück. Da wird man (frau) fast 35 und fangirlt wie eine 14jährige. Ich freu mich sehr auf den 3ten Teil und bin erschrocken das wir Maella erst im 4ten kennen lernen !

  12. Ich sitze auch schon wie auf Nadeln, da ich es kaum erwarten kann den 3. Teil zu lesen. Diese Textschnipsel sind schon eine tolle Sache, aber doch auch gemein. Sie sind einfach zu kurz

    1. Mein Mann macht mir ständig die Hölle heiß. Er meint die Textschnipsel seien zu lang und zu viele. Ihr würdet ja schon das halbe Buch kennen. :D

  13. Hi! Ich liebe Fantasie und ich liebe Drachen! Auf Elea bin ich nur über meine Suche nach diesem Genre und Romanen mit Drachen gestoßen. Deine beiden Bücher habe ich in drei Tagen ausgelesen (oder sollte ich besser sagen: inhaliert?) Ich bin begeistert von deiner Fantasie. Wenn ich lese, versinkt die Welt für mich und ich tauche ein in die Geschichten. Die Nächte waren sehr kurz und mein Mann musste mich regelrecht zurückholen aus deiner Welt.

    Jetzt bin ich gespannt auf den dritten Band. Und damit ich ihn nicht verpasse, habe ich deinen Blog abonniert. Danke schön für deine Geschichte (deren Fortsetzung ich nur mühsam erwarten kann – auch meine Stärke ich nichtmgerade die Geduld) :-D

    Conny

    1. Herzlich willkommen auf meinem Blog, Conny.

      Schön, dass ich eine neue Abonnentin gefunden habe.
      Noch mehr freue ich mich, dass ich dich mit Elea in eine andere Welt entführen konnte. Ich hoffe, dass dein Mann nicht zu sehr unter deiner “Inhalation” leiden musste. :D
      Interessant finde ich, wie du auf Elea gestoßen bist. Also gibt es tatsächlich Leser, die suchen gezielt nach Drachengeschichten.
      Ich plane die Veröffentlichung von Band 3 im Juni. Das ist ja nicht mehr ganz so weit weg. Ich hoffe, dass deine Geduld bis dahin reicht.

      LG

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Eine High-Fantasy-Tetralogie um Liebe und Hass